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SCHON GEWUSST?

SUPERSTARS DER FILM- UND MUSIK-BRANCHE, DIE DAS ZEUG ZUM PROFIFUSSBALLER GEHABT HÄTTEN…

SEAN CONNERY 

Als Sean Connery noch keine Bösewichte auf der Leinwand jagte und von Matt Busby das Angebot bekam, Fußballprofi bei Manchester United zu werden

Sean Connery war ein echtes Fußballtalent und spielte viele Jahre vor seinem Durchbruch als James Bond-Darsteller zunächst für den schottischen Bezirksligisten FC Bonnyrigg Rose, um schließlich in die erste Mannschaft des (heute drittklassigen) schottischen Amateurvereins FC East Fife zu wechseln. Zwischen 1948 und 1952 konnten die „Fifers“ dreimal den schottischen Liga-Cup gewinnen und stiegen 1953 sogar in die oberste Division Schottlands auf. In jenem Aufstiegsjahr verfolgte der damalige Manchester United-Trainer und Talentspäher Matt Busby ein Spiel des FC East Fife und wurde prompt auf den jungen Sean Thomas Connery aufmerksam. Der fiel damals allein schon durch seine außergewöhnlich athletische und extrem muskulöse Physis auf (die ihm zuvor sogar den dritten Platz beim Mister Universum-Bodybuilder-Wettbewerb beschert hatte). Beeindruckt von Statur, Schusspräzision und Balltechnik des 22Jährigen, unterbreitete Busby diesem kurzerhand einen Profivertrag für die erste Mannschaft von Manchester United. Trotz eines für damalige Verhältnisse verlockenden Einstiegs-Salairs von 100 Pfund pro Monat und der Aussicht, für den seinerzeit erfolgreichsten Fußballverein Großbritanniens aufzulaufen, schlug Connery das Angebot von Matt Busby aus. Seine Sehnsucht, sich auf der Bühne und Leinwand durchzusetzen, schien doch größer als seine Leidenschaft, mit einem Ball auf dem Rasen zu brillieren. For God s Sake, kann man da im Nachhinein nur sagen, denn sonst hätte die Kinowelt wohl niemals den besten James Bond-Darsteller aller Zeiten erleben können. Und die Fußballwelt hätte womöglich sogar über einen begabten Manu-Spieler namens Connery trauern müssen, als wenige Jahre später fast die gesamte United-Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen sollte. Insofern war es doppelt gut, dass der größte Schauspieler des britischen Kinos dem größten Trainer der britischen Fußballgeschichte damals einen Korb gab.

Mannschaftsfoto des dreimaligen schottischen Ligacup-Gewinners FC East Fife mit dem jungen Sean Connery als Abwehrchef (2te Reihe, dritter von rechts).
Machte nicht erst als Geheimagent, sondern schon als Fußballer eine stattlich-elegante Figur: Der 22jährige Sean Connery im Spielerdress des FC East Fife.
Bolzplatz-Leidenschaft bis ins hohe Alter: Gerade bei Drehpausen hielt sich die 007-Legende immer gern mit dem runden Leder fit.

ROD STEWART

Als Rod Stewart noch nicht mit Reibeisenstimme übers Meer segelte, sondern für den englischen Fußball-Drittligisten FC Brentford stürmte

Schon als Schüler gab es für die Rockstar-Legende Rod Stewart nur zwei wirklich erfüllende Lebensinhalte: Musik machen und Fußball spielen. Roderick David Stewart ging in jungen Jahren Beidem mit gleichermaßen viel Naturtalent und Leidenschaft nach und hätte sich fast für eine Laufbahn als Berufsfußballer entschieden – wenn da nicht die vielen Drogen und der Alkohol  ins Spiel gekommen wären, die ihm auf seinem musikalischen Weg begegnen sollten. Nachdem Stewart als begabter Dribbelkünstler und Kapitän der Highschool-Auswahl von Midlesex auf sich aufmerksam gemacht hatte, bot ihm der West-Londoner Viertligist FC Brentford ein Probetraining an. Der 18jährige Stewart stellte sein Können unter Beweis und erhielt sofort einen Zweijahresvertrag als Amateur. Schnell avancierte er bei den „Bees“ zum Stammspieler und schaffte mit dem Verein 1963 sogar einen Aufstieg in die dritte Liga.

Dass der junge Fußballer Stewart als Musiker gleichzeitig ein ausschweifendes Londoner Nachtleben zwischen Proberaum und Pub zelebrierte und sich häufig noch drogenbenebelt und mit Restalkohol im Blut zum morgendlichen Training quälte, konnte natürlich nicht lange gut gehen. Bisher hatte Rod Stewart den Fußball immer auch als ein Art Therapie gegen seine Suchtveranlagung gesehen – denn jede Trainingseinheit und jedes Sonntagsspiel verhalfen ihm zur Disziplin, wenigstens an diesen Tagen „clean“ zu bleiben. Doch der Sog der schillernden Londoner Sex-Drugs- &-Rock’n Roll-Musikerszene, in der er immer mehr Anerkennung als Sänger fand, war letzlich verlockender, als dem Kindertraum einer Karriere als Fußballer weiter hinterherzulaufen. Hinzu kam Stewarts nüchterne Erkenntnis, dass er für die dritte Liga zwar gut genug kicken konnte, aber längst nicht gut genug, um auch als Profi in der Premier League bestehen zu können. So entschied sich Rod Stewart für die Musik, auch wenn es noch fünf Jahre dauern sollte, bis ihm als Sänger der Band „The Small Faces“ (an der Seite des späteren Rolling Stones-Gitarristen Ron Wood) der Karrieredurchbruch gelang.

„Weißes Ballett“ in der dritten englischen Liga: Die schon etwas betagte Mannschaft des FC Brentford mit dem langmähnigen Rod Stewart als Publikumsliebling (untere Reihe, links).
Frech, dribbelstark und haken-schlagend wie ein Alan Simonsen oder Stan Libuda: Gerade auf engstem Raum demonstrierte der Flügelstürmer Stewart sein außergewöhnliches Talent am Ball.
Standfußball-Atempause nach durchgekokster Clubnacht: So trickreich Rod Stewart im 1:1-Duell dribbeln konnte, so schlecht geriet zunehmend seine Kondition – Sex, Drugs & Rock’n Roll war einfach spannender, als auf m Platz.

JUSTIN BIEBER

Als Justin Bieber mit 16 ernsthaft überlegte, seine gerade kometenhaft gestartete Sängerkarriere wieder abzubrechen, um noch als Fußballer glücklich zu werden.

Im Alter von sechzehn Jahren, in dem sich talentierte Jungfußballer normalerweise noch als No-Names in Nachwuchstrainingscamps durchboxen müssen und heimlich von der Champions League träumen, hatte Bieber mit seinem Gesang bereits die ersten Millionen auf dem Konto und war schon ein Star. Um sich vor dem plötzlich auf ihn einprasselnden Showbizz-Stress abschirmen zu können, besann sich Bieber wieder aufs Fußballspielen, was ihm von Natur aus ebenso gut lag und eigentlich noch lieber war, als Singen und Musikmachen.  Von klein auf hatte er in verschiedenen Jugend- und Schul(auswahl)-mannschaften gespielt und dort zumeist als Stürmer sein Talent demonstriert: Klein, wendig, dribbelstark auf engem Raum und mit gutem Torinstinkt ausgestattet, erinnerte Bieber in seiner Spielweise ein klein wenig an den jungen Mario Götze, was natürlich auch an seinem unschuldigen Babyface lag. In jenem Karrieredurchbruchsjahr 2010, als Biebers zweites Album „My World 2.0“ über Nacht an die Spitzen der Hitparaden kletterte und ihn weltweit zum Teenie-Superstar machte, überlegte der damals Sechzehnjährige ernsthaft, die Musik wieder an den Nagel zu hängen, um doch noch Fußballer werden zu können. Denn der unerwartet plötzliche Ruhm als Sänger hatte ihn zwar reich, aber auch einsam gemacht und Bieber trauerte mehr denn je den unbeschwerten Kickerzeiten seiner Kindheit nach und dem eher unfreiwilligen Abbruch seines Traums, Berufsfußballer zu werden.

Doch die Weichen waren damals längst gestellt, zumal Bieber gar nicht über die notwendige Kondition geschweige denn Physis verfügt hätte, um als Nachwuchsspieler eines robusten kanadischen oder us-amerikanischen Ligavereins zu bestehen. So wurde der verhinderte Traumberuf fortan zum Hobby, auch wenn Linksfuß Bieber diesem so ehrgeizig und engagiert nachging, als stünde er unter permanenter Talentscout-Beobachtung. Bemerkenswert ist bis heute das Gast-Training beim FC Barcelona, dass er 2016 auf Einladung seines neuen Busenfreunds Neymar absolvieren durfte. Nicht nur die anwesende Sportpresse, die den (damals 22jährigen, aber immer noch wie 16 aussehenden) Sänger damals zunächst gar nicht erkannte – war beeindruckt, wie routiniert sich Bieber mit Messi, Suarez, Neymar & Co die Bälle zuspielte und etliche Freistöße von der Sechzehnmeterlinie lässig im Netz versenkte. Mancher Journalist dachte damals gar, da steht katalanischer Vereins-Nachwuchs auf dem Rasen. Heute würde das eher nicht mehr passieren, denn der einst drahtige und quirlige Teeniestar hat in den letzten Jahren eine ziemlich kompakte Statur angenommen, was sicherlich nicht nur mit fleißigem Gewichtheben, sondern auch mit ausgelassenen after show-Parties zusammenhängt. Höchstens die opulenten Tattoos, die Biebers Oberkörper mittlerweile ringsum bedecken, könnte heute noch zur voreiligen Verwechslung mit einem Barca-Spieler führen. Maßgeblichen Einfluss auf Biebers zunehmende Ganzkörperverzierung hatte natürlich – wer sonst – Neymar, der den Musiker-Kumpel in Barcelona damals auch prompt mit zu seinem Lieblingstattooer schleppte. Bieber war überaus beeindruckt, dass der Brasilianer nicht nur die gleiche Musik liebte wie er, sondern auch seine Vorliebe für Comic-Tattoos teilte – und lud Neymar kurzerhand zum Besuch in seine US-Villa ein, wo die beiden wie verspielte Kids im Garten kickten. Sieht man sich die Handyvideobilder der beiden an (https://www.youtube.com/watch?v=qqJlzjjBdRU lässt sich das Fußballtalent, das Bieber einst in die Wiege gelegt wurde, noch immer gut erkennen. Wer weiß – vielleicht würde es heute ja einen Fußballprofi namens Justin Drew Bieber geben, wenn seine geschäftstriebige Mutter Pattie Malette im Jahr 2006 keine Songvideos von ihm bei Youtube hochgeladen hätte, sondern Aufnahmen von einem seiner Fußballspiele als Kind?

Justin Bieber als 12Jähriger (untere Reihe ganz links) in einer Auswahlmannschaft der Stratford-Highschool in Ontario. Immer der Kleinste im Team, aber als Dribbelkünstler und Goalgetter mit großem Talent ausgestattet.

Julio Iglesias

Als Julio Iglesias noch nicht als Sänger, sondern als Fußballer brillierte und nur durch einen schweren Autounfall von einer Profikarriere bei Real Madrid abgehalten wurde

Lange bevor der berühmte Schmachtbarde Julio Iglesias mit seiner Stimme weltweit die Frauenherzen schmelzen ließ, war er ein glänzender Fußballtorwart mit noch glänzenderen Aussichten für eine große Profikarriere. Im Alter von 16 Jahren wurde Iglesias dank seines überragenden Torwarttalents in den Nachwuchskader von Real Madrid berufen. Binnen von drei Jahren konnte er sich dort bis in die zweite Mannschaft Real Madrid Castilla hochspielen und wurde mit nur 19 Jahren zum 2ten Stammkeeper ernannt. Am 23.September 1963, genau am Tag seines zwanzigsten Geburtstags erhielt Iglesias schließlich eine persönliche Einladung vom damaligen Real-Trainer Miguel Munoz, künftig am Training der ersten Mannschaft teilzunehmen – man würde ihn gern als Jungprofi verpflichten und habe bereits einen Vertrag vorbereitet. Die glückliche Botschaft, Teil des „weißen Balletts“ werden zu können und künftig mit Stars wie Alfredo di Stefano und Ferenc Puskas in einer Mannschaft zu spielen, machte Iglesias so euphorisch, dass er bei seiner abendlichen Geburtstagsfeier mit Freunden zu tief ins Glas schaute. Auf dem Heimweg verursachte der angetrunkene Jungtorwart einen schweren Autounfall, bei dem er sich beide Beine brach und nur ganz knapp einer Querschnittslähmung entging. Aufgrund der komplizierten Frakturen, die ihn nie wieder springen lassen würden, war seine Torwartkarriere ausgeträumt, bevor sie überhaupt richtig anfangen konnte. Fast ein Jahr lang war Iglesias an Bett und Rollstuhl gefesselt und trauerte seinem jäh verunglückten Fußballerleben hinterher. Mühsam musste er an Krücken wieder das Gehen lernen. In dieser Genesungszeit schenkte ihm eine Reha-Krankenschwester eine Wandergitarre, auf der Iglesias täglich spielen übte und schließlich anfing, die ersten selbstkomponierten Melodien mit seiner Stimme zu begleiten. Es war die Geburtsstunde des Musikers Julio Iglesias. Drei Jahre später landet der verhinderte Real-Torhüter seinen ersten großen Hit im Radio. Der Titel des Songs hieß „La Vida sigue igual“, auf deutsch: „Das Leben geht weiter wie bisher“

Bis heute pflegt der inzwischen 78jährige Starsänger eine sehr enge  Beziehung zu seinem Herz- und-Heimatverein Real Madrid und hat im Verlauf der letzten 50 Jahre so gut wie kein Spiel verpasst. Seit einem Treppensturz, bei dem sich Iglesias unlängst abermals ein Bein brach, kann er seinen Ehrenplatz auf der Bernabeu-Loge leider nicht einnehmen (was Corona-bedingt ohnehin nicht möglich). Real-Präsident und Jugendfreund Florentino Pérez überlegt nun, eigens für den gehschwachen Sänger einen kleinen Fahrstuhl vor der VIP-Tribüne bauen zu lassen. Auch ohne Spielerkarriere ist Iglesias im Santiago Bernabeu-Stadion zur Legende geworden – Es ist der Ort, an dem er in den 80iger Jahren vor mehr als 80tausend Zuschauern seine größten Konzerte gab.


Eintrittskarte für Iglesias’ Karrrierestart als Torhüter: Der Spielerpass für die 2te Mannschaft von Real Madrid, ausgestellt im November 1959

Der 20jährige Iglesias posiert stolz vor seinem erstem selbstverdienten Auto – Wenige Wochen später verunglückte er mit dem Sportwagen und brach sich dabei beide Beine

Der 19jährige Julio Iglesias (obere Reihe ganz rechts) avanciert in der zweiten Mannschaft von Real Madrid Castilla zum Stammkeeper

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